top of page

Projekt-Kalkulation optimieren: Mit ERP-Systemen zur besseren Planung

Jede Projektorganisation steht früher oder später vor der großen Herausforderung, Projekte nicht nur erfolgreich abzuschließen, sondern sie auch im finanziellen Rahmen zu halten. Die Kunst, Projekte effizient zu kalkulieren und über ihren gesamten Verlauf im Griff zu behalten, ist längst zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor geworden.


Moderne ERP-Systeme eröffnen hierbei neue Wege, eine strukturierte und praxisnahe Projekt-Kalkulation von der Angebotserstellung bis zur Nachkalkulation aufzubauen.

Werfen wir einen Blick auf die wesentlichen Bausteine und Prozesse, die eine durchgängige Projekt-Kalkulation ermöglichen – und darauf, wie dadurch nicht nur die Projektergebnisse, sondern auch die unternehmerische Sicherheit verbessert wird.



Von der Idee zur fundierten Vorkalkulation


Projekte beginnen meist mit einer Anfrage oder einer ersten Projektidee. Bereits hier stellt sich die Frage: Wie kalkuliere ich Aufwände und Kosten so, dass ein realistisches und wettbewerbsfähiges Angebot entsteht?


Die Projekt-Kalkulation startet häufig mit Annahmen über interne Stunden, den Bedarf an Fremdleistungen, anfallende Reisekosten und das notwendige Material. Eine aussagekräftige Vorkalkulation stützt sich auf Erfahrungen aus vergangenen Projekten, nutzt aber ebenso aktuelle Daten aus dem ERP-System zu Lohn- und Gemeinkostensätzen, Lieferantenpreisen und aktuellen Stundensätzen.


Besonders in projektorientierten Branchen wie dem Bauwesen, der Beratung oder im Anlagenbau wird diese Vorkalkulation mit Hilfe der Projektstruktur aufgebaut. In der Praxis bedeutet dies:

  • Arbeitspakete werden gemäß HOAI-Leistungsphasen oder spezifischen Tätigkeitsbereichen angelegt.

  • Jedes Arbeitspaket wird detailliert kalkuliert, beispielsweise anhand der benötigten Fachkräfte, geschätzter Stundenzahlen und externer Ressourcen.

  • Die wichtigsten Kostenträger werden bereits hier festgelegt und im ERP-System mit den geplanten Werten hinterlegt.


Eine solide Vorkalkulation bringt Vorteile: Angebote gewinnen an Belastbarkeit, und der Vertrieb kann frühzeitig Risiken einschätzen und gezielt adressieren.



Laufende Kostenkontrolle als Erfolgsfaktor


Mit Projektstart rückt die fortlaufende Überwachung der Kosten in den Fokus. Ein ERP-System liefert hier die notwendigen Werkzeuge, um jederzeit einen aktuellen Überblick zu erhalten.


Die regelmäßige Kostenkontrolle erledigt sich keineswegs von allein: Projektleiter und Controller sind gleichermaßen gefordert, den Abgleich zwischen Planung und Realität möglich zu machen. Das ERP-System spielt dabei eine zentrale Rolle, etwa durch:

Je feiner die Arbeitspakete definiert und kalkuliert sind, desto genauer kann jede Abweichung identifiziert und – falls nötig – frühzeitig gegengesteuert werden.



Nachkalkulation – Lernen aus Projekten


Mit Abschluss der Arbeiten wird die abschließende Projekt-Kalkulation oft zur unbequemen Pflicht – doch sie birgt wertvolles Potenzial. Nun gilt es, die tatsächlichen Werte mit der Vorkalkulation abzugleichen:

Kalkulationsposition

Vorkalkulation (EUR)

Ist-Kosten (EUR)

Abweichung (%)

Interne Stunden

40.000

44.200

+10,5

Fremdleistungen

20.000

18.750

-6,25

Reisekosten

3.000

2.800

-6,7

Material

8.000

9.500

+18,75

Die Analyse dieser Abweichungen gibt Aufschluss über die Qualität der Vorkalkulation sowie über Prozessabläufe und Steuerungsmechanismen im Projekt. Diese Erkenntnisse bilden die Grundlage für Verbesserungen – bei zukünftigen Projekten, in der Preisgestaltung oder im Umgang mit Kunden und Lieferanten.


Biquanda - Das ERP-System für Dienstleister


Kalkulationsbestandteile im Detail


Bei der Projekt-Kalkulation müssen zahlreiche Kostenstellen und -arten im Blick behalten werden. Die wichtigsten Bestandteile jeder Projekt-Kalkulation sind:

  • Interne Stunden: Personalzeiten aufgeschlüsselt nach Tätigkeit, Qualifikation und Stundensatz.

  • Fremdleistungen: Externe Dienstleistungen, Subunternehmer, Beratungsleistungen.

  • Reisekosten: Fahrten, Übernachtungen, Spesen der Projektbeteiligten.

  • Material: Verbrauchs- und Einbaumaterialien, Spezialwerkzeuge, Anschaffungen.


Jeder dieser Bestandteile erfordert spezifische Erfassungs- und Planungsmethoden. Im ERP-System werden nicht nur die Kostenstellen hinterlegt, sondern oft auch abteilungsübergreifende Workflows zur Freigabe, Prüfung und revisionssicheren Dokumentation eingerichtet.



Verbindung zur Projektstruktur und HOAI


Die Projektstruktur legt fest, in welche Arbeitspakete, Projektphasen oder HOAI-Leistungsphasen die Kalkulation unterteilt wird. Gerade bei größeren Projekten sichert diese Strukturierung die Nachvollziehbarkeit der Kostenplanung und -kontrolle.


Beispiele für die Verbindung von Kalkulation und Projektstruktur:

  • Arbeitspakete erhalten Soll-Budgets auf Basis der Vorkalkulation.

  • Im Projektverlauf werden alle erfassten Aufwände, Kosten und Eingangsrechnungen automatisch den Arbeitspaketen zugeordnet.

  • Die einzelne Leistungsphase nach HOAI kann so bis ins Detail auf Abweichungen analysiert werden.


Diese Herangehensweise erleichtert nicht nur die Steuerung laufender Vorhaben, sondern liefert auch unverzichtbare Grundlagen für die zukünftige Angebotserstellung.


Screenshot der Projektstruktur im ERP-System Biquanda.
Beispiel: Projektstruktur im ERP-System Biquanda

Wie die Projekt-Kalkulation die Angebotserstellung beeinflusst


Ein modernes ERP-System ermöglicht es, die Projekt-Kalkulation direkt als Basis für Angebote zu nutzen. Die Kombination aus Erfahrungswerten und aktuellen Zahlen macht Angebote verlässlicher und stärkt das Vertrauen der Kunden.


Ein typischer Ablauf sieht aus wie folgt:

  • Neues Projekt anlegen und Arbeitspakete definieren

  • Schätzwert für interne Stunden, Fremdleistungen, Reisekosten und Material hinterlegen

  • ERP-System errechnet automatisch den Angebotspreis auf Basis der vorgegebenen Stundensätze und Zuschlagsfaktoren

  • Angebot generieren und direkt aus dem System versenden


Gerade bei wiederkehrenden Leistungen oder Rahmenverträgen kann ein einmal aufgesetzter Kalkulationsprozess erheblich Zeit sparen und Fehlkalkulationen minimieren.



Laufende Überwachung und Berichtswesen


Während des Projekts bieten Auswertungen im ERP-System jederzeit aktuelle Informationen über den Status. Dashboards und Berichte werden entweder automatisch oder auf Knopfdruck generiert – wahlweise für Projektleiter, Geschäftsführung oder für die Kommunikation mit dem Kunden.


Besonders wichtige Auswertungen sind zum Beispiel:

  • Kostenstellenberichte je Arbeitspaket

  • Soll-Ist-Vergleiche für alle relevanten Kalkulationsbestandteile

  • Prognosen zur Restlaufzeit und den zu erwartenden Endkosten

  • Ampelsysteme zur frühzeitigen Erkennung von Kostenüberschreitungen

  • Excel-Export und API-Schnittstellen zur Weiterverarbeitung in BI- oder Controlling-Systemen


Diese Funktionen schaffen nicht nur Klarheit, sondern ermöglichen eine schnelle Intervention, wenn Abweichungen auftreten.



Einen Schritt weiter: Die Prognosefähigkeit stärken


Wertvolle Erfahrungen aus der Nachkalkulation und laufenden Auswertungen vergehen nicht ungenutzt. Stattdessen fließen sie direkt in neue Projekte und Angebote ein. Das steigert die Treffgenauigkeit zukünftiger Kalkulationen und verbessert die Unternehmenssteuerung insgesamt.

Auch aktuelle Trends wie automatisierte Prognosemodelle, datengetriebenes Controlling und KI-gestützte Analysen finden hier ihren Platz: Sie basieren auf den Daten, die über Jahre hinweg verlässlich im ERP-System erfasst und gepflegt wurden.

Ein Unternehmen, das diesen kontinuierlichen Verbesserungsprozess lebt, entwickelt mit der Zeit eine regelrechte Stärke bei der Einschätzung und Steuerung von Projektrisiken.


Beispiele aus der Praxis

Nehmen wir ein mittelständisches Ingenieurbüro, das regelmäßig komplexe Bauprojekte betreut. Die Kalkulation beginnt hier oft mit den Leistungsphasen der HOAI und wird auf Arbeitspakete heruntergebrochen.


Ein mögliches Szenario:

  • Das Ingenieurbüro kalkuliert das Angebot für ein Bauvorhaben und berücksichtigt dabei die Gehälter der Mitarbeiter, geplante Arbeitsstunden, externe Prüfleistungen sowie Reise- und Materialkosten.

  • Nach Angebotszusage werden alle projektbezogenen Kosten im ERP-System direkt auf die entsprechenden Arbeitspakete gebucht.

  • Die Geschäftsführung behält permanent den Überblick über Budgets und Abweichungen.

  • Am Projektende sorgt die Nachkalkulation für eine minutiöse Auswertung aller Abweichungen. Diese Erkenntnisse werden für die nächsten Projekte genutzt, um die Angebotskalkulation weiter zu schärfen.



Werkzeuge und Methoden für eine durchgängige Projekt-Kalkulation


Ohne passende Systeme und Werkzeuge bleibt die Kalkulation fehleranfällig. Ein leistungsfähiges ERP-System unterstützt nicht nur beim Aufbau und bei der Überwachung von Kalkulationsprozessen, sondern stellt auch sicher, dass bereichsübergreifend alle Daten in konsistenter Form verfügbar sind.


Die wichtigsten Funktionen auf einen Blick:

  • Automatisierte Übertragung von Vorkalkulation ins Angebot

  • Revisionssichere Erfassung aller Projektkosten

  • Flexible Berichtswerkzeuge für alle Beteiligten

  • Gesteuerte Workflows für Freigabe, Prüfung und Nachkalkulation

  • Cloud-Zugriff und mobile Zeiterfassung

  • Prognoseunterstützung durch KI-basierte Auswertung


Dieses Zusammenspiel sichert Transparenz, Nachvollziehbarkeit und – nicht zuletzt – wirtschaftlichen Erfolg im Projektgeschäft.



Jetzt Biquanda kostenlos testen - überzeugen Sie sich selbst!


Kommentare


bottom of page